Besteuerung ausländischer Aufsichtsräte

Die Aufsichtsratsvergütungen (einschließlich Reise- und Aufenthaltskostenvergütungen) ausländischer Aufsichtsräte ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich unterliegen einer Quellensteuer in Höhe von 20 %. Diese Quellensteuer ist von der inländischen Gesellschaft einzubehalten und abzuführen. Bis einschließlich dem Kalenderjahr 2004 konnten in Österreich Ausgaben im Zusammenhang mit der inländischen Aufsichtsratstätigkeit von der Steuerbemessungsgrundlage nicht abgezogen werden. Veranlasst durch die Rechtsprechung des EuGHEuGH 12 .6 .2003, Rs. C-234/01, Arnoud Gerritse, Slg. 2003, I-5933. wurde im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2004 (in der Folge: AbgÄG 2004) die Besteuerung ausländischer Aufsichtsräte in Österreich dahingehend geändert, dass diese ab 2005 die Möglichkeit haben, eine Einkommensteuerveranlagung gemäß § 102 Abs. 1 Z 3 EStG zu beantragen und im Zusammenhang damit auch Ausgaben geltend zu machen. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, ob es dadurch wirklich zu einer ertragsteuerlichen Verbesserung für ausländische Aufsichtsräte kommt.